Mit 40 ist man alt genug und jung genug zum Gründen

Mit 40, 50 Jahren nochmal loslegen? Wer kann das denn ernsthaft wollen?!


Eine liebe Bekannte erzählte mir vor einiger Zeit von ihrer Kündigung in leitender Position in einer Stiftung. Sie erklärte dem 80-jährigen Stiftungsvorstand, dass sie kündigen wolle, um sich selbstständig zu machen. Auf seine Reaktion war sie sehr gespannt.


Er lächelte, äußerte sein Bedauern, sie für die Stiftung zu verlieren und meinte: "Ach wissen Sie, sie machen es genau richtig. Mit 40 ist man jung genug und alt genug zum Gründen."


Mit Verlaub, dieses Zitat könnte von mir sein.


Wobei ich ergänzen würde: "Zwischen 40 und 60 ist man jung genug und alt genug zum Gründen".


Warum?


Weil wir ausreichend Ressourcen in unserem Leben gesammelt haben, auf die wir bei unserer Gründung zurückgreifen können.


(die Leserinnen jünger als 40 sollten trotzdem weiterlesen)


Was meine ich damit, dass wir ausreichend Ressourcen gesammelt haben?


Ich stehe für das "sanfte Gründen". Das klingt ein bißchen komisch, wem eine bessere Begrifflichkeit einfällt, immer her damit.


Beim sanften Gründen geht es darum, mit den eigenen Ressourcen zu starten und zu schauen, was man daraus zaubern kann. Ein Sprung ins hüfthohe und warme Wasser.


Wer will sich denn schon selbstständig machen, um hinterher noch viel mehr unter Strom zu stehen, mehr Druck zu spüren?! Das kann ja eigentlich nicht Sinn der Sache sein.


Keine riesigen, schier unerreichbaren Ziele. Sondern viele kleine, risikoarme Schritte in die richtige Richtung.


Ressourcen sind die Antwort auf die Frage: welche Stärken und Erfahrungen habe ich? Welche Fertigkeiten habe ich gelernt? Was besitze ich? Mit welchen Beziehungen umgebe ich mich?


Ohne Anspruch auf Vollständigkeit geht es am Anfang einer sanften Gründung darum, eine Bestandsaufnahme zu machen. Das ist der Ausgangspunkt für eine solide, nachhaltige und freudvolle Geschäftsidee-Entwicklung.


Ach ja, für meine jüngeren Leserinnen: natürlich kann man auch mit Anfang 30 schon viele Ressourcen gesammelt haben.


Es geht mehr um die Lebens- und Arbeitserfahrung. Das Gefühl von "been there, done that". Darum, sich nicht mehr verrückt machen zu lassen und weniger um die tatsächliche Altersspanne.


PS an meine langjährigen Leser:innen: ich weiß, das Thema "Alter" gab's hier schon mal. Aber jüngst traf ich wieder einmal auf eine Frau, die stark daran zweifelte, ob sich eine Selbstständigkeit mit 44 Jahren "noch lohnt". Das ist doch Motivation genug, dieses Thema noch einmal aufzugreifen!


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