Thema der Woche: Fehlt Dir das Geld für eine Gründung?

Meine Gewerbeanmeldung hat sage und schreibe 25 € gekostet. Das war die offizielle Gründung der Jopenau. Zusätzliche Gründungsinvestionen für Logo- und Markenentwicklung und Fotos von mir für Website und Marketing: 1.890 €. War mir wichtig und hätte ich - wenn ich keine Ersparnisse gehabt hätte - notfalls auch erst einmal weglassen können. Dazu kamen Kosten für Tools (Website-Baukasten, E-Mail-Marketing-Tool, Zoom-Lizenz) in Höhe von 62 € monatlich. Das war’s. Erst als ich die ersten Kurse verkauft hatte, habe ich mir weitere Ausgaben für Video-Equipment (leistungsfähiger Laptop für Videodreh, Kamera, Licht, Mikrofon) geleistet. Ich wollte das Risiko möglichst gering halten und habe diese Investitionen dann direkt aus meinen Einnahmen getätigt. Warum ich das so offen schreibe? Ganz oft denken wir, dass wir viel Geld brauchen, um mit unserer Gründungsidee loszugehen. Auch wenn jede Idee anders ist und es sicherlich auch kapitalintensive Startups gibt, muss das nicht so sein. Gerade die digitale Welt bietet sehr viel Spielraum, sich ohne große Investitionen auszuprobieren. Aber auch physische Angebote lassen sich hervorragend online anbieten, ohne, dass man das Produkt tatsächlich schon auf Lager haben muss. Natürlich gibt es die Möglichkeit, einen externen Investor dazuzuholen, aber wenn wir keine “bahnbrechende” Idee mit einer “bahnbrechenden” Technologie haben, ist ein Investor so eine Sache. Außerdem halte ich persönlich gar nicht so viel davon, sein eigenes Ding zu gründen, um sich dann wiederum von jemandem sagen zu lassen, was zu tun ist. Investor ersetzt Chef. Hm. Wenn wir also aus eigener Kraft heraus gründen möchten, ist es ist meiner Erfahrung nach sehr wichtig, ganz zu Beginn, seine Hausaufgaben zu machen und schrittweise vorzugehen:

  1. Überlege Dir, mit wem bzw. für wen Du arbeiten möchtest (Stichwort: Wunsch-Zielgruppe)?

  2. Finde heraus, wo Du diesen Menschen drei Schritte voraus bist und welcher Bereich Dich sehr interessiert?

  3. Finde über Gespräche mit Deiner Wunsch-Zielgruppe heraus, welche Probleme und Bedürfnisse diese Menschen in diesem Bereich haben.

  4. Schaffe ein Angebot, das exakt auf die Probleme und Bedürfnisse dieser Menschen passt.

  5. Gehe möglichst früh mit diesem Angebot raus, hole Dir Feedback von der Zielgruppe, lerne, adaptiere und starte dann ein (kleines) Pilotprojekt.

Wenn Du so vorgehst und bei der Sache bleibst, kann es gut sein, dass Du innerhalb von drei Monaten mit Deinem ersten, validen, gut durchdachten Angebot “draußen” bist und erste Umsätze generierst. Und aus diesen ersten Umsätzen kannst Du dann weiter wachsen und zusätzliche Investitionen tätigen wie z.B. Dein Marketing zu professionalisieren. Die Fachwelt nennt diese Methode “Bootstrapping”, bei der es darum geht, gänzlich auf externe Finanzierung zu verzichten und aus den eigenen Umsätzen heraus zu wachsen. Der knifflige Part ist der Lebensunterhalt. Diesen ab Tag 1 Deiner Gründung aus Deinen Einnahmen zu bestreiten, funktioniert in den wenigsten Fällen. Tipp: Falls Du (auch nur kurz) arbeitslos gemeldet warst, kannst Du natürlich einen Gründungszuschuss bei der Agentur für Arbeit beantragen. Der fällt allerdings nicht sehr üppig aus. Was ist also zu beachten? Zu Beginn steht erst einmal die Antwort auf die Frage, wie hoch Deine Lebenshaltungskosten überhaupt sind. Was muss denn monatlich bei Dir reinkommen, damit Du davon Leben kannst? Wenn Du in einer Partnerschaft bist, wie hoch ist Dein Anteil am Familieneinkommen? Gibt es gegebenenfalls die Möglichkeit, Kosten zu reduzieren und etwas sparsamer zu leben? Meistens lautet die ehrliche Antwort: ja. Dem folgen meiner Erfahrung nach drei Wege:

  • Du gründest nebenberuflich. Das heißt, Du führst Deinen aktuellen Job, der Dich ernährt, fort. Im Idealfall reduzierst Du ihn zeitmäßig etwas, um Raum für das Neue zu schaffen. In Deiner “Freizeit” kümmerst Du Dich um Dein Gründungsprojekt.

  • Du finanzierst Deinen Lebensunterhalt aus Deinen Ersparnissen. Hierfür ist es natürlich wichtig zu wissen, was Du monatlich braucht, um den Zeitpunkt zu kennen, wann wieder “Geld reinkommen” muss.

  • Du hast jemanden an Deiner Seite, der oder die Dich für eine Zeit mitfinanziert. Der Klassiker ist hier natürlich der gut verdienende Ehemann. Diese Perspektive klingt verlockend, kann aber auch hinderlich sein, weil es passieren kann, dass Du ewig nicht aus dem Quark kommst (also z.B. Dein Angebot nie wirklich am Markt platzierst), weil Du ja eigentlich gut versorgt bist.

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Kleine Videoserie

Du würdest gerne gründen, aber die fehlt die Idee? Mit meinen fünf kurzen Videos kommst Du Deiner Geschäftsidee näher. Kosten: 0 € :-). Hier kommst Du zur Videoserie.


 

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