Lasst uns anfangen und aufhören


Es gibt ja diese Game Changer im Leben. Gefühlt rede ich in meinem Kurs die ganze Zeit von Game Changern. Ich hoffe, das kratzt nicht an meiner Glaubwürdigkeit. Vielleicht liegt es daran, dass ich in den DISCOVER-Kurs das Kondensat meiner Learnings gepackt habe, die das Spiel meines Lebens wirklich verändert haben.

Einer dieser Game Changer war für mich die Entdeckung, dass sich eine Aufgabe in der verfügbaren Zeit beliebig aufbläht. Anders ausgedrückt: Arbeit dehnt sich wie Gummi aus, um die Zeit zu füllen, die zur Verfügung steht.

Das ist gleichermaßen interessant wie tragisch. Denn: Wenn ich mir selber sieben Stunden gebe, um eine Sache fertig zu stellen, bin ich unter diesem Zeitdruck gezwungen, mich auf die Ausführung zu konzentrieren und ich kann nur das absolut Notwendige erledigen. Wenn ich mir eine Woche gebe, kann ich locker flockig aus der Mücke einen Elefanten machen. Wenn ich mir - Gott bewahre - zwei Monate gebe, wird daraus ein mentales Monster.

Es handelt sich hierbei um das “Parkinsonsche Gesetz” und ist - Du ahnst es schon - unter anderem Inhalt der dritten Woche im DISCOVER-Kurs.

Das Vertrackte ist, den Sweet Spot zwischen sich-selber-nicht-zu-viel-Zeit-geben-und-ein-mentales-Monster-kreieren und sich-unrealistische-Timings-setzen-und-die-ganze-Zeit-hetzen zu finden.

Dies hier ist eine Ode an das Unperfekte. Unser Wunsch nach Perfektion hält uns oft davon ab, etwas anzupacken oder abzuschließen. Wir trauen uns nicht, anzufangen, weil wir entweder noch zu wenig Zeit haben (“im Sommer passt es zeitlich besser” ha ha) oder wir machen es nicht fertig, weil wir keine Zeit mehr haben (“um das abzuschließen, muss ich mir nochmal ganz in Ruhe Zeit nehmen und das schaffe ich gerade einfach nicht”) und so schieben wir es auf und auf und irgendwann verschimmelt es in irgendeiner Schublade. Wie schade!

Ich beobachte bei (aus meiner Sicht) erfolgreichen Menschen, dass sie loslegen, großes Vertrauen in sich haben und sagen: “Das hab ich zwar noch nie gemacht, aber ich probiere das jetzt mal und am Donnerstag schaue ich, wie weit ich gekommen bin”. Die Ergebnisse: nicht immer perfekt, aber reich an Erfahrung und durchaus vorzeigbar.

So habe ich mir abgeschaut, dass ich, wenn ich etwas Neues anpacke, mir das Vorhaben in überschaubare Blöcke teile. Und für diese Blöcke gebe ich mir lieber etwas zu wenig Zeit als zu viel. Und dann fokussiere ich mich, fange an und bleibe dran. Nach der gegebenen Zeit (und nicht erst wenn es perfekt ist) entscheide ich mich bewusst, dass es nun fertig ist. Wohlwissend, dass ich es ja nochmal verbessern kann, wenn es sein muss. Fühlt sich komisch an. Klappt aber gut. Ist ein Game Changer.


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