Mein Weg zur Unternehmerin

Lustlos packte ich meine Koffer. Morgen früh würde der Flieger nach Berlin gehen. Das Schlimme war nicht die Reise an sich. Es war die tiefe Leere in mir. Wofür das Ganze?


An diesem Abend im Februar 2010 ging ich unruhig ins Bett. Ganz deutlich spürte ich, dass ich etwas ändern musste. Ich musste irgendeine Arbeit finden, die sich mehr nach Berufung anfühlt. Wesentlicher. Selbstbestimmter.


Seit 7 Jahren arbeitete ich in einem großen Unternehmen. Durfte mich entwickeln. Die Karriereleiter emporklimmen. Verdiente gut. Hatte nette Kollegen. Warum war ich nicht zufrieden damit?


Gerädert wachte ich am nächsten Morgen auf und fuhr zum Flughafen. Dort ging ich in einen Buchladen und stöberte durch das Regal mit der einschlägigen Ratgeberliteratur. Ich kaufte ein Buch, das mir versprach, durch gezielte Übungen und Reflektionen meiner Berufung näherzukommen.


Noch im Flieger begann ich zu lesen und arbeitete in den nächsten Wochen das Buch sehr gewissenhaft durch. Ich wollte es wirklich wissen.


Den Abschluss machte eine letzte Übung: ich lud sechs sehr unterschiedliche Freunde in den Biergarten ein. Aufgabe: Gemeinsames Brainstorming, welcher Beruf sich anhand meiner bisherigen Erkenntnisse ableiten ließe.


Unser Ergebnis: Gebrauchsanleitungsverbesserin. Ich schwöre, dass das kein Witz ist. Um es vorweg zu nehmen: die Idee war genauso schnell vergessen, wie sie entstanden ist. Lediglich ein Grinsen ist davon übrig geblieben, wenn ich daran denke. ;-)


Meinen Job machte ich weiter. Nach außen fröhlich, in mir drinnen eine tiefe Unzufriedenheit. “Was willst Du denn eigentlich?!” war eine stets mich begleitende Frage. Ich hatte keine Antwort.


Dass ich nur wenige Monate später mit meinem Vater ein Sozialunternehmen gründen würde, hätte ich mir da nicht träumen lassen. Ich eine Unternehmerin?! Auf DIE Idee wäre ich nie gekommen.


Dass ein eigenes Unternehmen genau die Selbstbestimmung und Sinnhaftigkeit bieten könne, die ich gesucht habe, ebenfalls nicht.


Sieben Jahre später. Ich sitze mit meinem Vater in einem kleinen Bistro und heule mir die Augen aus dem Kopf. Ich habe ihm soeben gestanden, dass ich aus unserem Sozialunternehmen aussteigen will. Der Grund: ich spüre, dass in mir drin noch etwas ganz anderes steckt, was gelebt werden will. Mein Vater nimmt mich in den Arm und versteht mich. Wie er mich immer versteht.


Nach einer langen Reise mit meiner Familie werde ich Co-Gründerin einer Community, in der Frauen zu sich finden und mit dieser Kraft die Welt zum Positiven verändern.


Meine Gründungs-Partnerin und ich gehen zusammen durch eine Pandemie und ich merke: ich bin immer noch nicht da, wo ich hin will. Es folgt eine schmerzhafte Trennung und ich stehe wieder: vor dem nichts.


Es ist Oktober 2020. Ich sitze auf der Couch und beobachte, wie der Apfelbaum seine Blätter fallen lässt. Ich liebe den Herbst, aber meine Stimmung ist am Boden.


Aus irgendeinem Impuls heraus schnappe ich mir einen Block und schreibe alles auf, was ich in meinem Leben an Erfahrungen gesammelt habe. Die guten und die schlechten. Ich notiere mir, was ich wirklich gut kann. Ich schreibe ein paar Mails an Freunde und Bekannte und frage sie, worin sie meine Stärken sehen.


Die nächsten Wochen bin ich wie besessen und sammele alles über mich.


Ich weiß nicht mehr, wie es genau passierte, aber plötzlich keimte eine Idee in mir. Wie wäre es, wenn ich all diese Erfahrungen zusammen nehme und lebenserfahrenen Frauen, die aus ihren Talenten und Erfahrungen etwas machen möchten, in eine Selbstständigkeit begleite? Die Jopenau ist geboren.


Mit dem DISCOVER-Kurs und der MASTERCLASS entwerfe ich ein komplett neues Gründungskonzept. In den kommenden beiden Jahren darf ich erleben, dass es nicht nur bei mir selber funktioniert, sondern bei Dutzenden anderen Frauen auch.


Ob ich das für mich immer mache? Ich weiß es nicht. Jedenfalls kann ich aus vollem Herzen und mit ganzer Überzeugung sagen: ich habe mich beruflich noch nie so vollständig, am rechten Platz und wirksam gefühlt. Etwas aus mir selbst heraus geschaffen zu haben, das für andere Menschen einen so nachweislichen und positiven Einfluss hat, macht mich demütig und überglücklich.


Gute Ideen für Neues Unternehmertum

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