Von den Tränen zur Idee

Was heißt “kreativ” überhaupt? Vielleicht fallen uns schnell Lösungen für Probleme ein, dann sind wir problemlösungskreativ. Vielleicht können wir virtuos mit Excel-Listen umgehen und leben hier unsere Kreativität aus oder wir können im klassischen, kreativen Sinne gut zeichnen. Es gibt sehr viele Spielarten und irgendeine Form tragen wir alle in uns.

Was macht man, wenn man eine Fragestellung oder gar ein Problem hat und nach Lösungen sucht? Wie oft zermartern wir uns das Hirn, wachen um 4 Uhr morgens auf, können nicht mehr schlafen und drehen im Kopf zahllose Endlosschleifen. Kann man auf Knopfdruck kreativ sein? Ich behaupte: ja! Man braucht nur das richtige Setting, eine gute Methode und manchmal auch ein paar weitere Menschen.

Über einige ausgewählte Kreativitätstechniken, spreche ich - Überraschung! - diese Woche in meiner MASTERCLASS. Und da ich nichts lehre, was ich nicht selber schon einmal getestet habe, kam es mir sehr gelegen, dass sich just vergangene Woche folgendes Szenario Zuhause begab:

Mein jüngerer Sohn bekam endlich seinen heiß ersehnten Schulranzen und suchte sich ein Exemplar mit “Klettis” aus (eine Art Klettverschluss-Aufkleber mit Tiermotiven). Mein größerer Sohn riss sich den ganzen Tag ordentlich zusammen, wollte er doch seinem kleinen Bruder nicht den Spaß verderben. Abends aber gestand er mir unter Tränen seinen Neid. Die große Frage war: was tun? Ich entschied mich gegen Beschwichtigen (“Dein Schulranzen ist doch auch toll”) und für gemeinsame Lösungssuche.

So probierten wir die “10x10 Methode” mit großem Erfolg aus. Die Kurzfassung: man stellt den Wecker auf zehn Minuten. Jeder schreibt für sich verschiedene Lösungsvorschläge auf jeweils einen Klebezettel, also je Zettel ein Vorschlag. Am Ende sollte man gemeinsam insgesamt zehn Zettel beschrieben haben. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, Kritik ist nicht erlaubt, es darf auch lustig sein. Nach den zehn Minuten geht man gemeinsam die Zettel durch und jeder sagt was dazu. Da wir uns auch ordentlich Blödsinn haben einfallen lassen, haben wir uns sehr amüsiert. Nach einer Nacht darüber schlafen, suchte sich mein Sohn von diesen zehn Ideen dann eine aus, die ihn am meisten ansprach. Diese ausgesuchte Idee haben wir dann in wiederum zehn Minuten durch zehn weitere Ideen auf zehn weiteren Klebezetteln verfeinert. Vielleicht mag es dem einen oder anderen als etwas viel Heckmeck für so ein Schulranzending erscheinen. Für uns beide war es tatsächlich eine großartige, gemeinsame Erfahrung, diese Situation “auf Augenhöhe” und mit Freude zu lösen. Natürlich funktioniert das im professionellen Kontext genauso und macht definitiv mehr Spaß, als sich frühmorgens den Kopf zu zerbrechen. Probier’s doch mal aus!


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