Schockstarre und Aktion: Wir wir als Familie zu Beginn des Kriegs in der Ukraine verhalten

Vergangenen Freitag haben wir uns als Familie mit der aktuellen Situation auseinander gesetzt.

Wenn mich etwas belastet, war es für mich schon immer am besten, in Aktion zu treten und im Rahmen meiner Möglichkeiten aktiv zu werden. Nicht umsonst ist mein Anliegen in der Jopenau weniger das Gründen an sich, als viel mehr das Leben in die Hand zu nehmen.

Wir haben uns in vier Bereichen ausgerichtet:

KONKRET HELFEN

Um Geflüchteten eine Unterkunft zu stellen, haben wir haben uns hier registriert. Inzwischen sind dort schon über 100.000 Betten zugesagt.

Die große Hilfsbereitschaft in vielen Teilen der Welt und den globalen Zusammenhalt empfinde ich als einer der schönen berührenden Momente, die wir erleben dürfen.

Unsere Spenden gehen an die Caritas.

WIR ALS FAMILIE

Mit unseren Kindern Mats und Jonas (7 und 8 Jahre) sprechen wir behutsam darüber, was gerade passiert. Wir beschönigen nichts, schüren aber auch keine Angst. Wichtige Entscheidungen (z.B. ob wir Geflüchteten Asyl gewähren möchten) diskutieren wir und tragen sie gemeinsam.

Seit dem wir uns dafür entschieden haben, geflüchteten Ukrainern Unterschlupf zu bieten, kommt alle paar Stunden von Mats die Nachfrage: “Mama, wann kommen die Ukrainer denn jetzt?!”

Er übt “Ok guys, let’s play football”, denn so stellt er sich die Kontaktaufnahme zu den Gastkindern vor. Er schlägt vor, dass wir schon mal nachschauen, was Menschen aus der Ukraine gerne essen und freut sich, dass sie wohl überall Weißkohl reinmachen, den mag er nämlich auch. Ihm fällt beim Schlafengehen ein, dass unter seinem Bett ein Bettkasten ist und meint, dieses Bett könnten wir doch auch noch anbieten. Beim Abendessen stimmen wir uns mit ukrainischer Musik auf die vielleicht bald eintreffenden Gäste ein.

Ich merke, wie gut es unseren Kindern tut, im Lösungsmodus zu sein. Wie gut es ihnen tut, in ihrer kleinen Welt etwas beitragen zu können. Wie die Ideen in ihnen sprudeln. Und das gibt uns allen als Familie Mut.

Ansonsten gehen wir unserem normalen Familienalltag nach und geben Stabilität durch die gewohnten Routinen.

Ganz persönlich spüre ich, wie ich Alltagsmomenten momentan mehr Zeit gebe und gerne noch ein weiteres Kapitel Jim Knopf vorlese (mittlerweile zum vierten Mal…), als weiter zu hetzen. Tatsächlich bin ich gerade viel spüriger für die kleinen Momente des Glücks.

MENTALE GESUNDHEIT

Statt ständig online zu sein, nehmen wir uns bewusste Zeitfenster, in denen wir Nachrichten konsumieren und darüber sprechen.

Die Nachrichtenkanäle wählen wir sehr bewusst und meiden beispielsweise Fernsehen.

In meinem Fall ist das im Wesentlichen ein mal täglich “Auf den Punkt”, der Nachrichten-Podcast der Süddeutschen Zeitung.

Morgens und abends werfe ich einen Blick auf SZ Plus für aktuelle Nachrichten. Wenn ich mir mehr Hintergrundinformationen wünsche bzw. historische Zusammenhänge verstehen möchte, suche ich mir dafür eine verlässliche Quelle.

Dazwischen bleiben die Kanäle stumm.

Wir tun Dinge, die uns gut tun wie z.B. Joggen, gutes Essen, Meditation, hören Musik und tanzen in der Küche.

UNSERE ARBEIT

In unserer Arbeit bleiben wir konzentriert und versuchen, im Kleinen, Gutes zu bewirken. Das ist unser kleiner Wirkungsraum, auf den wir direkten Einfluss haben.

Ich finde, es ist unfassbar wichtig, dass wir uns den Rahmen stecken, der es uns ermöglicht, psychisch und physisch gesund zu bleiben. Die Sorgen bleiben, aber der Alltag wird leichter.

Gleichzeitig ist es mir ein großes Anliegen, zu betonen, dass es uns nicht nur um unser persönliches Wohlbefinden geht, “wie wir da jetzt gut durchkommen”.

In Europa ist der Teufel los und ich wünsche jedem einzelnen von uns die Klarheit und Kraft, sich in dem ihm möglichen Maße für die Menschen einzusetzen.



Gute Ideen für Neues Unternehmertum

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